Crescent Head ist ein winziges, verschlafenes Städtchen etwa 400 km nördlich von Sydney. Hierher kommt man nicht per Zufall, denn es liegt abseits des Pacific Highway, gut versteckt zwischen Küste und einem National Park. Wir haben aus dem selben Grund wie alle, die nach Crescent Head kommen, hier ein paar Tage verbracht. Crescent Head ist ein weltklasse Surfspot und zieht Surfer aus ganz Australien an. Nach etwa 6-7 Stunden Busfahrt sind wir in Kempsey angekommen, wo wir von Freunden von Flo's Bekannten abgeholt wurden, die zwischen Crescent Head und Kempsey wohnen. Bei ihnen, Peter ist in Zürich aufgewachsen, sind wir für ein paar Nächte untergekommen und wohnten in einem Campervan mitten im Nirgendwo, wo sich die Kangaroos auf der Wiese tummeln. Die Ruhe war eine sehr willkommener Kontrast zum lärmigen Sydney. Das Wetter wollte am ersten Tag noch nicht so richtig mitspielen, aber wir konnten uns glücklich schätzen, dass es nur bewölkt war und nicht in Strömen geregnet hat. Peter hat uns erzählt, dass es nur etwa 2 Wochen vor unserem Besuch so viel geregnet hat, dass Kempsey zu grossen Teilen überflutet war und ihr Grundstück von der Aussenwelt für ein paar Tage abgeschnitten blieb.
Wir sind trotz des Wetters mit an den Strand in Crescent Head gefahren und konnten dort etwa 50 Surfer im Wasser beobachten.
Der nächste Tag hat uns viel Sonnenschein beschert, sodass wir am morgen unsere Sachen gepackt haben und gleich an den Strand sind. Hier haben wir es problemlos einen ganzen ausgehalten, denn neben surfen kann man wunderbar faulenzen, Bücher lesen und endlose Strandspaziergänge machen.
Am diesem Samstagabend erwachte das Städtchen aus seinem Schlaf und wir sind zusammen mit Peter und seinen Freunden im Crescent Head Country Club essen und trinken gegangen. Ein Country Club ist eine sonderbare Mischung aus Bistro, Bar, Casino und Kneipe, wo sich am Wochenend die Locals auf ein Bier treffen, während die Kinder zwischen den Tischen herumwuseln. Da wir noch nie in einem vergleichbaren Club waren, mussten wir uns erst einmal an diese Mischung gewöhnen. Ein guter Grund dafür ist erstens das leckere und günstige Essen und zweitens die (für australische Verhältnisse) sehr billigen Getränkepreise.
Das Wetter ist wirklich ein Dauerthema hier in Australien, denn es kann schnell ändern, extrem kühl oder heiss sein, in Strömen regnen oder wie es uns in Crescent Head passiert ist, extrem stark winden. Als wir am nächsten Tag bei Sonnenschein am Strand angekommen sind, hat es zwar schon gewindet, aber im Vergleich zu dem, was 2 Stunden später gekommen ist, war es ein zahmes Lüftchen. Wir sind am Morgen zuerst auf den Lookout gestiegen und haben den herrlichen Ausblick über Crescent Head bis nach Port Mcquaire genossen. Am Nachmittag hätten wir vorgehabt, noch einmal surfen zu gehen aber der Wind, der uns erbarmungslos den feinen Sand ins Gesicht peitschte, hat uns einen Strich durch die Rechnung gemacht. Beim Rückweg ins Städtchen mussten wir uns vor allem, was nicht niet und nagelfest angemacht war, in Acht nehmen. Mir ist ein herrenloser Schuh einige Zentimeter am Kopf vorbei geflogen...
Am Abend sind wir zusammen mit Peter und Ingrid nach Kempsey gefahren, wo wir bei einer Schweizerin eingeladen waren, die dort zusammen mit einem Australier ein kleines, aber feines Bed&Breakfast führt. Gutes Essen,Wein, nette Menschen und eine wunderbar warme Sommernacht - was will man mehr? Höchstens einen Sternenhimmel, wie wir in an diesem Abend bewundern konnten.
| der Wind bläst in eine Welle |
| die Milchstrasse |
Unser nächster Halt lag etwa 400 km nördlich von Kempsey und verkörpert wie keine andere Ortschaft das Lebensgefühl an der Ostküste: BYRON BAY!

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